Das Teehaus im Stadtpark ist von einem japanischen Garten umgeben. Niwa, der reine Ort, ist die Bezeichnung für den japanischen Garten. Anhand der Zen-Philosophie ist es möglich, den Aufbau des japanischen Gartens und seine Bedeutung zu verstehen.
Unsere Mitglieder Prof. Dr. Kruse und Dr. Rudi Hoffman beschäftigen sich seit vielen Jahren eingehend mit dem Thema des japanischen Gartens.

Japanischer Garten gestaltet anlässlich des Sommerfestes auf Schloss Bückeburg
Ein japanischer Garten ist die Repräsentation des Universums und seiner Elemente. Feuer wird durch einen Stein oder eine eiserne Laterne, Erde durch Steine dargestellt. Wasser, Luft, Pflanzen und tierisches Leben sprechen durch sich selbst. Die Gärten unterscheiden sich hinsichtlich einer trockenen Landschaft und den Wasserflächen. Aber auch in einem trockenen Garten ist Wasser vorhanden, zumeist tröpfelt das Wasser in Bassins oder es gibt Wasserfälle.
Der Gartenpfad, roji, ist weniger ein funktionaler Eingang in den Garten, sondern ein philosophischer Pfad, der allmählich den Besucher vom Alltag weg in den Bereich der Ruhe und Meditation führt. Seine Steine sind unregelmäßig angelegt und leiten indirekt zu versteckten Plätzen. Der Pfad macht oftmals Kurven, auch werden größere Steine verwendet. Sie laden zum Verweilen und Schauen ein und präsentieren meditative Pausen in der persönlichen Erfahrung des Kontakts zum Universum, das durch den Garten repräsentiert wird.
Steine bilden generell den Rahmen des japanischen Gartens und sollten so drapiert sein, als lägen sie schon immer im Fokus des Betrachters. Gezackte Steine werden verwendet, um Berge zu simulieren, wohingegen vom Wasser abgetragene Kieselsteine für Wasserläufe und Küstenlinien genutzt werden. Diese Landschaften sind oftmals mehr symbolisch als realistisch. So stellt z.B. eine Insel in einem Strom oder Teich das immerwährende Leben oder das Nirvana als Platz ohne Raum und Zeit dar. Es ist ein Platz des ultimativen Rückzugs in Frieden und Ruhe. Die Symbole sind vielfältig. Ein Stein steht für eine Schildkröte, ein Baum für einen Kranich. Diese sind Symbole für Langlebigkeit und gutes Leben.
Der japanische Garten ist nicht mit dem Ziel angelegt, Blumen zu arrangieren. Die Japaner genießen ihre Gärten auch im Winter, wenn die Bäume kahl sind und die Vegetation auf ein Minimum reduziert ist. Oftmals beschneiden sie Kamelien, Azaleen und andere Blumen so, dass ein Minimum sichtbar bleibt. Eine strenge Tradition schreibt vor, Blumen nur im Toko-No-Ma aufzustellen, dem traditionellen Alkoven (s. auch Ikebana). Frische Blumen oder Pflanzen werden weder zu dekorativen Zwecken auf dem Esstisch oder anderen Plätzen im Haus noch als Ansteckblumen oder bei Hochzeiten und Beerdigungen verwendet. Als elementarer Bestandteil der japanischen Zen-Philosophie haben Blumen und Pflanzen ein eigenes Leben, und als Ausdruck der Natur werden sie nicht als Dekoration aufgestellt.